Jeremy Renners Unfall ereignete sich am 1. Januar 2023 beim Schneeräumen im US-Bundesstaat Nevada. Der Schauspieler, bekannt als Hawkeye aus den Marvel-Filmen, geriet unter seine eigene Pistenraupe, als er seinen Neffen vor dem rollenden Fahrzeug schützen wollte. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen und zahlreiche Knochenbrüche. Nach Operationen und einer langen Rehabilitation kehrte er 2024 zur Schauspielerei zurück. Auch 2026 beschreibt Renner die Genesung jedoch als fortdauernden Prozess: Er kann nach eigenen Angaben wieder laufen und rennen, berichtet aber weiterhin über Beschwerden.
Wie kam es zu Jeremy Renners Unfall?
Nach starken Schneefällen wollte Renner mit einem schweren Kettenfahrzeug ein festgefahrenes Auto befreien. Der Unfall geschah in der Region um Reno nahe dem Lake Tahoe. Es handelte sich um einen PistenBully, also eine große Maschine zum Räumen und Bearbeiten von Schnee.
Sheriff Darin Balaam erklärte auf einer Pressekonferenz am 3. Januar 2023, Renner habe das liegen gebliebene Fahrzeug zunächst erfolgreich freigezogen. Nachdem er die Fahrerkabine verlassen hatte, setzte sich die Pistenraupe in Bewegung. Beim Versuch, wieder auf den Fahrersitz zu gelangen, wurde er überrollt.
Der Sheriff bezifferte das Gewicht der Maschine auf mindestens 14.330 amerikanische Pfund. Das entspricht ungefähr 6,5 Tonnen. Die Behörde untersuchte damals auch, weshalb das Fahrzeug losrollte. Hinweise auf ein vorsätzliches Geschehen sah sie zu diesem Zeitpunkt nicht.
Renner schilderte den Ablauf später selbst: Er habe prüfen wollen, ob sein Neffe zwischen den Fahrzeugen in Gefahr sei. Dabei geriet er außerhalb der Kabine in eine gefährliche Position und schließlich unter die Kette. Die Feststellbremse habe er zuvor nicht betätigt. Im ersten ausführlichen Interview mit Diane Sawyer bei ABC übernahm er dafür ausdrücklich Verantwortung.
Rettung und Behandlung im Krankenhaus
Sein Neffe holte nach dem Unfall Hilfe. Nachbarn alarmierten den Rettungsdienst und leisteten Erste Hilfe. Ein Hubschrauber brachte Renner anschließend in ein Krankenhaus in Reno.
In den ersten öffentlichen Mitteilungen beschrieb sein Sprecherteam den Zustand als kritisch, aber stabil. Genannt wurden ein stumpfes Trauma im Brustbereich und orthopädische Verletzungen. Gemeint waren schwere Verletzungen durch die äußere Gewalteinwirkung sowie Schäden am Bewegungsapparat.
Am 2. Januar wurde Renner operiert. Danach blieb er auf der Intensivstation. Am folgenden Tag meldete er sich mit einem Foto aus dem Krankenbett öffentlich und bedankte sich für die Genesungswünsche.
Für die zeitliche Einordnung ist entscheidend: Die Formulierung „kritisch, aber stabil“ beschrieb die unmittelbare Situation nach dem Unfall. Sie ist keine Aussage über seinen heutigen Gesundheitszustand.
Welche Verletzungen erlitt er?
Im ABC-Interview vom April 2023 war von mehr als 30 gebrochenen Knochen die Rede. Spätere Berichte und Gespräche nennen 38. Zu den dokumentierten Verletzungen gehörten Schäden am Brustkorb, an den Beinen und im Gesicht. Eine gebrochene Rippe verletzte seine Leber.
Renner berichtete außerdem über die operative Stabilisierung mehrerer Körperbereiche. Ärzte setzten Metall zur Rekonstruktion des Brustkorbs und der Augenhöhle ein. Ein Bein wurde mit einem Titanstab und Schrauben versorgt.
Auch das Sprechen musste er nach einer Kieferverletzung wieder üben. Die Folgen gingen damit weit über die vorübergehende Einschränkung seiner Gehfähigkeit hinaus.
Die Rehabilitation: Bewegung Schritt für Schritt zurückgewinnen
Im Frühjahr 2023 veröffentlichte Renner Einblicke in seine Fortschritte. Ende März zeigte er sich beim Training auf einem speziellen Laufband, das einen Teil seines Körpergewichts abnahm. Dadurch mussten seine Beine beim Gehen weniger Gewicht tragen.
Der ntv-Bericht über Renners Laufbandtraining vom 28. März 2023 beschreibt, dass er die Schrittbewegungen selbst ausführte. Das Gerät unterstützte ihn bei der Belastung.
Die Aufnahme dokumentierte einen konkreten Fortschritt innerhalb der Rehabilitation. Sie bedeutete noch nicht, dass er bereits ohne Unterstützung sämtliche Bewegungen ausführen konnte.
Im Mai folgten Bilder von leichtem Joggen in einer entsprechenden Apparatur. Dazwischen lagen wiederholte Übungen und physiotherapeutische Behandlung. Seine öffentlichen Updates zeigten einzelne Etappen dieses Prozesses, keine durchgehend abgeschlossene Genesung.
Rückblickend erklärte Renner gegenüber dem Magazin „emmy“, erst im Sommer 2023 habe seine Erholung nicht mehr den gesamten Tag bestimmt. Zu diesem Zeitpunkt sei die Vorstellung, wieder in eine erfundene Filmwelt einzutauchen, noch weit entfernt gewesen.
Wann kehrte er zur Schauspielerei zurück?
Im Januar 2024 nahm Renner die Arbeit an der dritten Staffel von „Mayor of Kingstown“ auf. Paramount+ bestätigte am 10. Januar den laufenden Produktionsbeginn. Damit stand er ungefähr ein Jahr nach dem Unfall wieder für seine Serienhauptrolle vor der Kamera.
In der Produktion spielt er Mike McLusky. Die Rückkehr erforderte nach seinen Schilderungen nicht nur körperliche Fortschritte, sondern auch die Bereitschaft, sich wieder auf die Arbeit als Schauspieler einzulassen.
Im Gespräch mit „emmy“ erläuterte er, dass die Hollywood-Streiks von 2023 ihm zusätzliche Zeit zur Erholung gegeben hätten. Gegen Ende des Jahres konnte er sich die Rückkehr an das Set wieder vorstellen. Kollegen berichteten von einem herzlichen Empfang.
Danach folgte auch eine neue Filmrolle: In „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ von 2025 spielt Renner den Arzt Nat Sharp. Netflix führt ihn in der Besetzung des Films von Rian Johnson, in dem Daniel Craig erneut als Ermittler Benoit Blanc auftritt.
Diese Arbeiten belegen seine berufliche Rückkehr. Ob und wie stark einzelne Bewegungen Schmerzen verursachen, lässt sich aus fertigen Filmszenen allerdings nicht ablesen.
Jeremy Renner nach dem Unfall: Wie geht es ihm 2026?
Im März 2026 sprach Renner bei der Gesundheitskonferenz HIMSS über seine Erfahrungen als Patient. Er erklärte, wieder rennen zu können, wenn er das wolle. Zugleich erwähnte er Tage mit Beschwerden an den Hüften und anderen Schmerzen.
Laut dem Bericht über Renners Gespräch bei der HIMSS-Konferenz rechnet er damit, sich für den Rest seines Lebens mit seiner Genesung beschäftigen zu müssen. Das ist seine persönliche Einschätzung der Unfallfolgen.
Bei dem Auftritt dankte er den behandelnden Ärzten und Pflegekräften. Gleichzeitig schilderte er Schwierigkeiten aus Patientensicht: Untersuchungen, unterbrochener Schlaf und das Gefühl, nicht immer zu verstehen, wie die verschiedenen Bereiche des Krankenhauses zusammenarbeiteten.
Auf die Frage nach Verbesserungen nannte er vor allem die Kommunikation. Er wünschte sich einen besseren Informationsaustausch zwischen den Beteiligten und machte deutlich, dass er diese Erfahrungen als Patient beschrieb.
Der Stand im Oktober 2026 lässt sich deshalb differenziert zusammenfassen: Renner ist wieder beruflich aktiv und hat erhebliche Bewegungsfähigkeit zurückgewonnen. Seine eigenen Aussagen sprechen dennoch gegen die pauschale Behauptung, sämtliche Folgen seien verschwunden.
„My Next Breath“: Seine eigene Darstellung des Erlebten
2025 veröffentlichte Renner seine Erinnerungen unter dem Titel „My Next Breath“. Das Buch behandelt den Unfall, die anschließende Behandlung und seinen Weg durch die Rehabilitation. Der Titel bedeutet sinngemäß „Mein nächster Atemzug“.
Für die Hörbuchfassung las er den Text selbst ein. In einem Audible-Interview beschrieb er sowohl das Schreiben als auch das Einsprechen als belastend. Bestimmte Erinnerungen hätten weiterhin starke Reaktionen ausgelöst.
Die Hörbuchproduktion verwendet außerdem eine Aufnahme des damaligen Notrufs. Renner erklärte, er habe das Geschehen nicht schauspielerisch nachstellen wollen. Seine eigene Stimme und das vorhandene Dokument sollten die Geschichte tragen.
Dabei sprach er auch über seine Familie als Motivation. Sein Wunsch, wieder für die Menschen in seinem Umfeld und für seine Tochter da sein zu können, habe ihn während der Genesung angetrieben. Diese Aussagen geben Einblick in seine persönliche Verarbeitung des Unfalls – neben den medizinischen Eingriffen, der Rehabilitation und der praktischen Unterstützung, die seinen Weg zurück begleiteten.
Lesen Sie auch
Jennifer Lafer: Fotografie, Studium und ihr eigener Berufsweg
