Ein Auslandssemester besteht nicht nur aus Vorlesungen und Bibliothek. Ein großer Teil dessen, woran man sich später erinnert, spielt sich abends ab, in Bars, auf Plätzen, bei spontanen Verabredungen mit Menschen aus zehn verschiedenen Ländern. Manche Städte haben dafür einfach die besseren Voraussetzungen, sei es durch eine hohe Studierendendichte, eine lange Tradition an Studentenkneipen oder ein Klima, das lange laue Abende draußen möglich macht. Fünf europäische Städte gehören in dieser Hinsicht zu den verlässlichsten Adressen.
Auch wenn es beim Nachtleben um alles andere als Organisatorisches geht, beginnt jeder gute Abend am Ende bei der Wohnungsfrage. Wer weit außerhalb wohnt oder erst spät ein Zimmer findet, verpasst in den ersten Wochen genau die Zeit, in der sich die wichtigsten Kontakte und Freundschaften bilden, meist direkt in der Nähe der eigenen Unterkunft oder im selben Studierendenwohnheim. Eine zentral gelegene Wohnung ist deshalb mehr als reiner Komfort, sie entscheidet oft mit darüber, wie schnell man wirklich in der neuen Stadt ankommt. Wer sich rechtzeitig kümmert, kann über Plattformen wie HousingAnywhere bereits vor der Anreise ein verifiziertes Zimmer in einem der lebendigeren Viertel sichern, statt sich nach der Ankunft mit dem zufrieden zu geben, was gerade noch frei ist.
Köln
Köln hat mit seiner Mischung aus Rheinlage, Kölsch-Kultur und einer der größten Universitäten Deutschlands beste Voraussetzungen für ein geselliges Auslandssemester. Das sogenannte Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße ist seit Jahrzehnten das inoffizielle Wohnzimmer der Kölner Studierendenschaft, mit einer Dichte an kleinen Kneipen, die man so in wenigen anderen deutschen Städten findet. Wer es etwas alternativer mag, findet im Stadtteil Ehrenfeld eine wachsende Bar- und Clubszene, die sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Köln ist zudem für seine offene, direkte Mentalität bekannt, was internationalen Studierenden den sozialen Einstieg oft leichter macht als in reservierteren Städten.
Groningen
Groningen ist eine der wenigen europäischen Städte, in denen Studierende einen so großen Teil der Bevölkerung ausmachen, dass die gesamte Innenstadt förmlich auf sie ausgerichtet ist. Die Rijksuniversiteit Groningen und die Hanze University sorgen gemeinsam für eine enorme Dichte an jungen Menschen, was sich direkt in der Anzahl an Bars, Cafés und Studentenkneipen rund um den Grote Markt und die Vismarkt niederschlägt. Man kommt fast überall zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin, was Groningen zu einer der unkompliziertesten Städte für ein spontanes Sozialleben macht. Bei der Wohnungssuche kommt man in Groningen kaum an Kamernet vorbei, einer Plattform, die stark auf den niederländischen Markt ausgerichtet ist und gerade in einer so studentisch geprägten Stadt viele passende Angebote listet.
Bordeaux
Bordeaux verbindet sein Renommee als Weinstadt mit einer überraschend lebendigen Studierendenszene. Rund um die Quais an der Garonne entstehen bei gutem Wetter spontane Treffen, während das Viertel Saint-Pierre mit seinen engen Gassen und kleinen Bars zum Abendspaziergang einlädt. Das Chartrons-Viertel, früher geprägt vom Weinhandel, hat sich zu einem beliebten Ort für gemütlichere Abende mit Wein und gutem Essen entwickelt. Bordeaux ist deutlich kompakter als Paris oder Lyon, was bedeutet, dass sich die wichtigsten Ausgehviertel meist in Gehdistanz zur eigenen Wohnung befinden.
Sevilla
Sevilla lebt regelrecht von seinem Nachtleben, das eng mit der andalusischen Kultur aus Flamenco, Tapas und langen, warmen Abenden verbunden ist. Die Alameda de Hércules ist einer der bekanntesten Plätze der Stadt für abendliche Verabredungen, umgeben von Bars, die bis spät in die Nacht gut besucht sind. Im Stadtteil Triana, auf der anderen Seite des Guadalquivir, findet man eine ruhigere, aber genauso authentische Bar- und Tapas-Kultur abseits der Touristenpfade. Das milde Klima sorgt dafür, dass ein Großteil des sozialen Lebens draußen stattfindet, was gerade internationalen Studierenden den Einstieg in neue Bekanntschaften erleichtert.
Padua
Padua wird oft im Schatten von Venedig übersehen, ist dabei aber selbst eine der ältesten und lebendigsten Universitätsstädte Italiens. Die 1222 gegründete Universität prägt bis heute das gesamte Stadtbild, und rund um das historische Zentrum mit dem weitläufigen Platz Prato della Valle hat sich über Generationen eine feste Studierendenkultur entwickelt. Abende verbringt man hier meist bei einem Spritz in einer der kleinen Bars der Altstadt, oft in Gesellschaft von Studierenden aus halb Europa. Padua ist zudem deutlich günstiger als Venedig, liegt aber nur eine kurze Zugfahrt entfernt, was Wochenendausflüge unkompliziert macht.
Ein gutes Nachtleben beginnt mit der richtigen Adresse
Am Ende erinnert man sich an ein Auslandssemester selten an einzelne Vorlesungen, dafür umso mehr an bestimmte Abende, bestimmte Plätze und Menschen, die man dort kennengelernt hat. Wer von Anfang an zentral wohnt, hat es leichter, Teil davon zu werden, statt vom eigentlichen Leben der Stadt abgeschnitten zu sein.
