Michelle Hunziker ist eine Schweizer Moderatorin, die ihre Fernsehkarriere vor allem in Italien und Deutschland aufgebaut hat. Hierzulande kennen viele sie aus „Deutschland sucht den Superstar“ und als Partnerin von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“. 2025 moderierte sie gemeinsam mit Hazel Brugger und Sandra Studer das Eurovision-Finale in Basel. Ihre Laufbahn verbindet damit deutsche Unterhaltungsshows, italienisches Fernsehen und eine internationale Musikveranstaltung. Die wichtigsten Stationen dokumentieren RTL und die offizielle Eurovision-Website.
Zu ihrem öffentlichen Leben gehören außerdem drei Töchter und zwei frühere Ehebeziehungen. Doch wer ihre Geschichte verstehen möchte, sollte ebenso auf die beruflichen Stationen schauen, die sie über Ländergrenzen hinweg bekannt gemacht haben.
Herkunft und erste Schritte in Italien
Geboren wurde die Moderatorin am 24. Januar 1977 in Sorengo im Schweizer Kanton Tessin. Damit ist sie im September 2026 49 Jahre alt. Ihr vollständiger Vorname lautet Michelle Yvonne. Diese Angaben führt das GALA-Starporträt auf.
Aufgewachsen ist sie in Ostermundigen bei Bern, wie die offizielle Vorstellung der Eurovision-Moderatorinnen festhält. Schweizer Herkunft und italienische Karriere sind bei ihr also zwei unterschiedliche, eng miteinander verbundene Teile ihrer Biografie.
Als Jugendliche zog sie mit ihrer Mutter nach Italien und begann dort als Model zu arbeiten. Eine Werbekampagne für die Wäschemarke Roberta machte sie früh bekannt. Es folgten Aufgaben vor der Fernsehkamera. Der Wechsel vom Fotostudio zur Moderation wurde zur entscheidenden beruflichen Weichenstellung. Auch ihre Sprachkenntnisse kamen ihr zugute: Das GALA-Porträt nennt Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch und Niederländisch.
Von „DSDS“ zu „Wetten, dass..?“
Für das deutsche Publikum wurde Michelle Hunziker besonders durch „Deutschland sucht den Superstar“ vertraut. Zwischen 2002 und 2004 moderierte sie die RTL-Castingshow gemeinsam mit Carsten Spengemann. Sie gehörte damit zur ersten Moderationsbesetzung des Formats.
Ihre Zusammenarbeit mit Thomas Gottschalk hatte allerdings schon vorher begonnen: 1998 standen beide bei der Verleihung der Goldenen Kamera gemeinsam auf der Bühne. Später folgte die Sendung, mit der ihr Name in Deutschland bis heute besonders eng verbunden ist.
Von Oktober 2009 bis Dezember 2011 moderierte sie an Gottschalks Seite „Wetten, dass..?“. 2012 wechselte sie bei „Deutschland sucht den Superstar – Kids“ in die Jury und arbeitete dort mit Dieter Bohlen und Dana Schweiger. Diese Abfolge zeigt, dass ihre deutsche Fernsehkarriere mehrere Aufgaben umfasste: Moderation, gemeinsame Präsentation einer großen Unterhaltungsshow und die Bewertung von Talenten.
Mit ihrem ursprünglichen Abschied war das Kapitel „Wetten, dass..?“ noch nicht beendet. Bei der Jubiläumsausgabe 2021 kehrte sie zusammen mit Gottschalk zurück. Auch für die Ausgabe am 19. November 2022 in Friedrichshafen bestätigte das ZDF erneut ihre Beteiligung. Wer ihre Zeit bei der Sendung ausschließlich auf 2009 bis 2011 begrenzt, lässt diese späteren Auftritte aus. Quelle: Bericht zur ZDF-Ankündigung
Warum Italien für ihre Karriere so wichtig ist
Der deutsche Blick auf ihre Laufbahn erfasst nur einen Teil ihrer Arbeit. In Italien gehören unter anderem „Striscia la Notizia“ und das Festival di Sanremo zu ihren bekannten Moderationsstationen. Beide Formate nennt auch die Europäische Rundfunkunion in ihrem offiziellen Porträt.
Daneben hat sie auf der Theaterbühne gearbeitet. 2013 berichtete SRF über den Tourneeauftakt ihres Bühnenprogramms „Mi Scappa da ridere“ in Monza. Darin konnte sie Moderation, Schauspiel und Gesang miteinander verbinden. Im damaligen Gespräch ging es auch um ihre Bereitschaft, sich auf der Bühne komisch und unperfekt zu zeigen.
So ergibt sich ein breiteres Berufsbild als das einer gelegentlichen Begleiterin deutscher Samstagabendshows. Ihre italienischen Projekte und ihre Auftritte im deutschsprachigen Fernsehen sind zwei parallele Stränge einer internationalen Unterhaltungskarriere.
Das Eurovision-Finale 2025 in Basel
Ein besonderer Auftritt für Michelle Hunziker war das Finale des Eurovision Song Contests am 17. Mai 2025. Gemeinsam mit Hazel Brugger und Sandra Studer führte sie durch die Veranstaltung in der Basler St. Jakobshalle. Die offizielle Veranstaltungsseite führt alle drei als Moderatorinnen auf.
Dabei war die Aufgabenverteilung klar: Brugger und Studer übernahmen auch die beiden Halbfinals, Hunziker kam für das Finale hinzu. Sie moderierte somit nicht sämtliche Wettbewerbsshows.
Wie viel ihr dieser Auftrag bedeutete, beschrieb sie vor der Veranstaltung in einem direkten SRF-Interview. Sie habe schon früher davon geträumt, den ESC zu moderieren. Ihre Nervosität verglich sie mit einem Bungeesprung: Vor dem Absprung stehe die Anspannung, danach die Freude.
Auch ihre Haltung zum Wettbewerb wurde in dem Gespräch deutlich. Die unterschiedlichen kulturellen Ausdrucksformen der teilnehmenden Länder betrachtete sie als Stärke. Für sie gehörten Freiheit, Fröhlichkeit und Vielfalt zum Charakter der Veranstaltung. Das Interview zeigte damit eine erfahrene Moderatorin, für die auch nach vielen Fernsehjahren ein großer Auftritt noch etwas Besonderes war.
Kinder, frühere Ehen und öffentlich bestätigte Beziehungen
Aus ihrer Beziehung mit dem Sänger Eros Ramazzotti stammt Tochter Aurora, geboren 1996. Das Paar heiratete 1998; die Scheidung folgte 2009. Die Trennung hatte bereits zuvor stattgefunden.
2014 heiratete Hunziker den italienischen Modeunternehmer Tomaso Trussardi in Bergamo. Die beiden haben zwei gemeinsame Töchter, Sole und Celeste. Im Januar 2022 machten sie ihre Trennung öffentlich.
In der damaligen gemeinsamen Erklärung betonten sie, weiterhin für ihre Kinder da sein zu wollen. Zugleich baten sie darum, die Trennung als private Angelegenheit zu respektieren. Der entsprechende SRF-Bericht stützt sich auf die von der Nachrichtenagentur Ansa verbreitete Erklärung.
Auch über eine spätere Beziehung gibt es eine öffentlich nachvollziehbare Aussage: Am 30. April 2026 berichtete die RAI-Sendung „La volta buona“ über ein Interview mit der Zeitschrift „Chi“, in dem die Moderatorin ihre neue Beziehung zum Schauspieler Giulio Berruti thematisierte. Damit liegt mehr vor als eine bloße Deutung gemeinsamer Fotos. Die Meldung bestätigt allerdings keine darüber hinausgehenden Hochzeits- oder Familienpläne.
Engagement gegen Gewalt an Frauen
Neben ihrer Fernseharbeit ist Michelle Hunziker Mitgründerin von Doppia Difesa. Die italienische Stiftung entstand 2007 gemeinsam mit der Anwältin Giulia Bongiorno.
Nach eigener Darstellung unterstützt die Organisation Menschen, insbesondere Frauen, die Diskriminierung, Missbrauch oder Gewalt erlebt haben. Zu ihrer Arbeit gehören psychologische und juristische Unterstützung sowie Öffentlichkeitskampagnen. Hunziker wird auf der offiziellen Website als Präsidentin geführt.
Dort schildert sie auch den persönlichen Hintergrund ihres Engagements: Sie sei über Jahre verfolgt, belästigt und bedroht worden und habe sich schließlich an Bongiorno gewandt. Aus diesem Kontakt entwickelte sich die gemeinsame Stiftung. Diese Schilderung ist ihre eigene öffentlich dokumentierte Darstellung.
Doppia Difesa verbindet nach ihrem erklärten Ansatz die Unterstützung Betroffener mit Aufklärung. Aufmerksamkeit soll dabei nicht nur auf einzelne Fälle gelenkt werden, sondern auch auf die gesellschaftliche Akzeptanz von diskriminierendem und gewalttätigem Verhalten. Dieser Teil ihrer öffentlichen Arbeit besteht bereits seit vielen Jahren neben den Fernsehauftritten.
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